Wandern mit Kindern in den Alpen

Wandern gilt häufig als „des Deutschen liebstes Hobby“ und gerade der Alpenraum ist für viele das Wanderparadies schlecht hin. Doch lässt es sich in den Alpen denn auch mit kleinen Kindern oder sogar mit einem Kinderwagen wandern? Kann und will man sich das als Eltern zutrauen und haben vor allem auch die Kinder dabei Spaß? Kurzum: ja und für wanderbegeisterte Eltern mit kleinen Kindern ist es sogar absolut zu empfehlen. Wir erklären, auf was Eltern beim Wandern mit Kindern in den Alpen achten sollten.

Wandern mit den Kleinsten | In die Alpen mit dem Kinderwagen

Beim Wandern mit dem Kinderwagen gilt es besonders auf den Bergen im Alpenraum ein paar Dinge zu beachten. Mit der richtigen Planung im Vorfeld über Wegebeschaffenheit und einem robusten Kinderwagen steht dem Wanderausflug aber nichts im Wege.

Beim Kinderwagen empfiehlt es sich, ihn mit Luftreifen auszustatten. Dies gilt für alle vier Reifen – also vorne und hinten. Die Luftreifen sollten groß und breit sein und neben einem gutem Profil auch mit entsprechendem Luftdruck befüllt sein. Gummi- bzw. Plastikreifen sind nur sehr bedingt zu empfehlen. Luftreifen sorgen dafür, dass auch mal ein Schotterweg mit größeren Steinen problemlos begangen werden kann. Dies ohne zu große Anstrengung und vor allem auch mit deutlich weniger Stößen für das Kind. Es empfiehlt sich auch, die Vorderreifen starr zu stellen. Bei den meisten Geländereifen bzw. Luftreifen für Kinderwägen ist dies ohnehin der Fall.

Windschutz, Sonnenschutz und Regenschutz für den Kinderwagen bzw. das Kind sind ein absolutes Muss. Auch im Sommer kann im alpinen Raum und auf entsprechender Höhe das Wetter umschlagen, es kann deutlich kälter als im Tal sein und die „Höhensonne“ ist was einen Sonnenbrand angeht nicht zu unterschätzen.
Ein großer Vorteil beim Wandern mit dem Kinderwagen in den Alpen ist, dass ein Rucksacke bzw. das Gepäck unterhalb der Babyschale oder des Buggy Aufsatzes verstaut werden kann. Man hat also im Grunde einen „Gepäckwagen“ dabei.

Tourenplanung in den Alpen mit dem Kinderwagen

Auch mit dem am besten ausgestatteten Kinderwagen für Berglandschaften gilt: Es ist grundsätzlich nicht möglich, alle ausgewiesenen Wanderwege zu begehen. Als Eltern sollte man bei der Auswahl der Tour immer bedenken, dass die Sicherheit und der Spaß der Kinder absolute Priorität haben. Es geht nicht darum, den nächsten Gipfel zu erklimmen. Die sportliche Herausforderung sollte ziemlich am Ende der Prioritätenliste stehen. Vielmehr sollte im Fokus stehen, die Zeit mit den Kindern zu genießen und dafür Sorge zu tragen, dass Kinder sich wohl fühlen und ein positives Gefühl für Erlebnisse in der Natur zu bekommen.

Bei der Auswahl der Wanderroute sollte darauf geachtet werden, dass eher kurze Strecken geplant werden. Es sollten Rast- und im Idealfall auch Einkehrmöglichkeiten in bewirtschafteten Alpen, Berghütten oder Bergrestaurants vorhanden sein. Das Schöne an bewirtschafteten Einkehrmöglichkeiten für schon etwas größere Kinder ist, dass so ziemlich jede sehr kinderfreundlich ist und Spielmöglichkeiten in Form von kleinen Spielplätzen bietet.

Was die Wegbeschaffenheit angeht sollte darauf geachtet werden, dass man sich eher an Fahrwegen oder Wanderwege die im Winter als Skipisten genutzt werden orientiert. Diese sind zumeist mit dem Kinderwagen begehbar. Hilfreich bei der Planung ist outdooractive.com. Hier kann man vorgefertigte Touren einsehen und zwischen dem Kartenmaterial von „Outdooractive“, der „OpenStreetMap“, topografischen sowie Satellitenkarten wechseln. Außerdem ist zu empfehlen, Ortskundige im Hotel, Vermieter der Ferienwohnung, in der Touristeninformation oder an den Bergbahnen zu fragen, ob Wege mit dem Kinderwagen begehbar sind. Zu guter Letzt noch Hinweise auf die Sicherheit: Wenn es nicht weiter geht, umdrehen! Kein Weg ist es wert, mit dem Kinderwagen unsichere Kletter- und Tragemanöver zu starten. Respektiert und kennt Grenzen und unterschätzt niemals das alpine Gelände!

Kinderwagen und Kraxe in den Alpen

Wandern mit Kleinkindern in den Alpen | „Mama, Papa – tragt mich!“

Bei vielen Kleinkinder gibt es zwei Arten der eigenen Fortbewegung: Vollspurt oder stehen bleiben. Sind die Kräfte beim Rennen erschöpft, heißt es zumeist „Ich kann nicht mehr. Papa, Mama, tragt mich! Ich will auf deine Schulter.“ Man sollte als Eltern auch nicht erwarten, dass kleine Kinder eine Wandertour in den Alpen komplett auf eigenen Beinen zurücklegen. Abhilfe kann da eine sogenannte Kraxe bieten.

Eine Kraxe ist eine Art Rucksack, in dem eine Sitzmöglichkeit für ein Kleinkind integriert ist.
Bei der Auswahl und dem Wandern mit einer Kraxe gilt es zu beachten, dass das Gewicht des Kindes von der Kraxe, aber auch vom tragenden Elternteil gestemmt werden kann. Das Kind muss stabil sitzen, was heißt, dass es nicht rausrutschen kann und gerade sitzt. Gute Kraxen bieten Einstellmöglichkeiten bei den Anschnallgurten für das Kind und auch bei den Trägergurten. Auch im Kopfbereich muss darauf geachtet werden, dass das Kind den Kopf gut ablegen kann falls es einschlafen sollte. Hier empfiehlt es sich eventuell ein kleines Kissen mitzunehmen. Empfehlenswert ist auch, beim Kauf einer Kraxe darauf zu achten, dass genügend Taschen vorhanden sind. Einige gute Kraxe steht was den Stauraum angeht manchen Rucksäcken in nichts nach.

Bevor es das erste Mal mit einer Kraxe auf Tour in die Alpen geht, sollte zuhause eine kleine Testwanderung oder ein ausgedehnter Spaziergang gemacht werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass weder dem Kind (immer mal beim Kind nachfragen) und auch dem Träger nichts weh tut. Auch das Auf- und Abnehmen der Kraxe mit dem Kind sollte geübt und im Idealfall mit Zuhilfenahme eines zweiten Erwachsenen erfolgen.

Wie auch beim Kinderwagen gilt, dass Sonnenschutz und Regenschutz dabei sein müssen. Neben der angemessenen Kleidung der Kinder haben gute Kraxen extra Aufsätze als Sonnen- und Windschutz dabei. Als Regenschutz kann auch ein Regenschirm dienen, der vom Träger gehalten wird.

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