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Mallorcas versteckte Buchten

Wo es selbst im Hochsommer nicht überfüllt ist

Mallorcas bekannte Strände im Juli und August vermitteln zeitweise eher das Gefühl einer Sardinenbüchse: Überfüllte Parkplätze bereits am frühen Morgen, kaum freie Liegeplätze – da kommt kein Urlaubsgefühl auf. Da in den meistern europäischen Ländern jetzt Ferienzeit herrscht, lässt sich nur schwer ein ruhiges Plätzchen am Meer finden. Doch die Insel bietet auch im Hochsommer ruhige Alternativen für alle, die ein bisschen längere Wege in Kauf nehmen. Wir stellen euch versteckte Buchten vor, die selbst in der Hauptsaison noch Platz für Erholung bieten.

Wichtige Hinweise zur Erreichbarkeit & Sicherheit: Die folgenden Buchten erfordern teilweise längere Fußmärsche über unebenes Gelände und sind häufig nicht für kleine Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet. Gerade diese schwierige Erreichbarkeit hat sie vor der touristischen Erschließung geschützt. Rechnet mit steinigen Pfaden und wenig Schatten – und nehmt ausreichend Wasser mit. Außerdem sind an den Buchten zumeist keine Rettungsschwimmer anwesend! Beachtet unbedingt die Hinweise vor Ort und achtet auf Strömungen!

Abgelegene Buchten an der Nordküste

Cala Tuent liegt an der Nordwestküste und ist nur über eine schmale Serpentinenstrecke erreichbar. Der kleine Kiesstrand wird von steilen Felswänden umrahmt und bietet selbst im Juli und August genügend Platz. Ihr findet hier klares Wasser und meist ruhige See, da die Bucht nach Norden ausgerichtet ist. Ein kleines nahe gelegenes Restaurant serviert frischen Fisch und Parkplätze sind meist verfügbar. Die Anfahrt dauert von Palma knapp 2 Stunden.

Cala Bóquer erreicht ihr nach einer etwa einstündigen Wanderung vom Naturschutzgebiet Boquer-Tal aus. Der Pfad führt durch eine schmale Schlucht mit steilen Felswänden. Die kleine Kiesbucht liegt zwischen hohen Klippen und bietet selbst in der Hochsaison viel Ruhe. Das klare Wasser und die unberührte Umgebung entschädigen für den beschwerlichen Weg.

Cala Figuera de Formentor (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fischerort) versteckt sich zwischen Port de Pollença und dem Cap Formentor. Diese kleine Sandbucht erreicht ihr über einen 20-minütigen Fußmarsch durch Pinienwälder. Der Strand ist nur etwa 50 Meter lang und bietet Schatten unter natürlichen Felsüberhängen. Das Wasser ist hier besonders klar und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln.

Cala Coll Baix liegt am nördlichen Ende der Halbinsel von Alcúdia und zählt zu den eindrucksvollsten Buchten Mallorcas. Der Zugang erfolgt über einen steilen, 45-minütigen Abstieg von der Straße nach Cap de Pinar – festes Schuhwerk ist dabei ein Muss. Geparkt wird am besten am Ende der Carrer de la Muntaña bei Alcúdia. Unten erwarten euch felsige Klippen, glasklares Wasser und ein Kiesel-Sand-Strand. Plant für den Rückweg zusätzliche Zeit ein, da der Aufstieg anspruchsvoll ist.

Versteckte Plätze der Nordost- und Ostküste

Cala des Camps liegt sieben Kilometer nordwestlich von Artà an der Badia d'Alcúdia. Die Straße von Colònia de Sant Pere führt direkt zur Bucht, jedoch dürfen seit 2020 nur noch Bewohner von Artà auf den letzten 700 Metern der Straße parken. Der schmale Sandstrand wird meist von Seegras bedeckt und verfügt über alte Fischerboot-Unterstellplätze aus Stein sowie einen Maschinengewehrstand aus dem Bürgerkrieg.

Cala Matzoc liegt zehn Kilometer von Artà entfernt im Parc natural de la Peninsula de Llevant. Die Zufahrt erfordert ein Gelände taugliches Fahrzeug, gefolgt von einem 20-minütigen Fußmarsch. Der 100 Meter lange Strand wechselt zwischen Kiesel- und Sandbereichen. Da die Bucht nicht vor Wind geschützt ist, kann es auch mal zu höheren Wellen kommen, also seid sehr vorsichtig! Pinienwälder in der Umgebung spenden natürlichen Schatten.

Cala Torta liegt nördlich von Artà und ihr erreicht sie über eine teils holprige Landstraße – das letzte Stück führt über einen Schotterweg zu Fuß hinab zum Strand. Alternativ könnt ihr auch von Cala Mesquida aus herwandern. Die unberührte Bucht mit ihrem goldenen Sand wird von niedrigen Dünen gesäumt. Der Strand ist breit, das Wasser klar, aber der Zugang fällt steil ab und es können Strömungen auftreten.

Cala Agulla bei Cala Ratjada ist zwar bekannter als die anderen Buchten, bietet aber durch ihre Größe auch in der Hauptsaison ruhigere Bereiche. Der nördliche Teil der Bucht ist weniger frequentiert und über einen Kletterpfad entlang der Felsen erreichbar. Hier findet ihr feinen Sand und meist ruhiges Wasser.

Geheime Ecken der Südostküste

Cala Varques ist eine sichelförmige Bucht und bietet strahlend weißen Sand und azurblaues Wasser. Ihr erreicht sie am besten über die MA-4014, parkt an der Schotterpiste und wandert dann etwa 20 Minuten zu Fuß durch unwegsames Gelände. Touristische Infrastruktur gibt es hier nicht – also bitte alles selbst mitbringen, was ihr für den Tag braucht. FKK und Hunde sind erlaubt, und auch Schattenplätze unter Pinien sind vorhanden.

Cala Pilota liegt als Nebenbucht der Cala Magraner zwischen Cales de Mallorca und S'Estany d'en Mas im Naturschutzgebiet. Nach dem Parken am verschlossenen Tor führt ein drei Kilometer langer Wanderweg zur 30 Meter langen und 25 Meter breiten Sandbucht. Die Felswände bieten Klettermöglichkeiten zu verschiedenen Höhlen. Gelegentlich lagert sich Seegras am Ufer ab.

Cala Mitjana liegt unweit von Cala d'Or im Süden der Insel. Diese 100 Meter lange und 80 Meter breite Sandbucht erreicht ihr nach einem 20-minütigen Fußmarsch oder über einen zwei Kilometer langen Weg von Cala Sanau aus. Der weiße Sand wird von Pinienwäldern und Felswänden umrahmt, oberhalb liegt ein privates Anwesen. Das Wasser ist sehr klar und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln.

Traumhafte Ruhe an der Südküste

Cala Marmols gilt als eine der abgelegensten Buchten Mallorcas und liegt zwischen Cala Santanyí und dem Cap de Ses Salines. Der Hauptzugang führt über eine fünf Kilometer lange, 1,5-stündige Wanderung vom Leuchtturm Camino del Far des Cap de Ses Salines aus entlang der Steilküste. Die 45 Meter breite Bucht liegt zwischen 20 Meter hohen Marmorfelsen und bietet feinen weißen Sand. Das Wasser ist drei bis vier Meter tief und bietet einen Blick auf den Cabrera-Archipel.

Cala Port de sa Pedra s'Ase erreicht ihr über eine drei Kilometer lange Wanderung von Banyalbufar aus, die am Torre del Verger vorbeiführt. Der nur zehn Meter lange Zugang zum Meer liegt in einem winzigen Fischerhafen mit alten Bootsrampen. Die Bucht verdankt ihren Namen einem Felsen, der wie Eselsohren aussieht. Bringt ausreichend Proviant mit, da keine Einrichtungen vorhanden sind.

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Das Wetter im Juli und August

Juli und August sind Mallorcas heißeste Monate mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von 29 bis 31 Grad Celsius. Der August erreicht dabei oft die Spitzenwerte der Saison und kann an einzelnen Tagen sogar über 35 Grad steigen. Die Wassertemperatur liegt in beiden Monaten bei angenehmen 24 bis 26 Grad – ideal zum Baden und Schnorcheln. Regentage sind äußerst selten mit nur ein bis zwei Regentagen pro Monat. Die Sonne scheint etwa zwölf Stunden täglich im Juli und elf Stunden im August. Die Luftfeuchtigkeit bleibt bei moderaten 60 bis 65 Prozent. Beachtet, dass der August traditionell der trockenste Monat des Jahres ist, während im Juli gelegentlich kurze Gewitter für Abkühlung sorgen können.
Weitere Infos zum Wetter und Klima auf Mallorca im Juli und August findet ihr unseren Klimadaten.

Praktische Tipps für euren Besuch

Die beste Tageszeit für Strandbesuche ist der frühe Morgen bis 10 Uhr oder der späte Nachmittag ab 17 Uhr. Startet früh am Morgen, idealerweise vor 9 Uhr, um die ruhigsten Bedingungen zu erleben. Packt ausreichend Wasser ein, da viele versteckte Buchten keine Infrastruktur bieten. Sonnenschutz ist im Hochsommer unerlässlich – neben Sonnencreme solltet ihr einen Sonnenschirm oder eine Strandmuschel mitbringen.
Tragt bei Wanderungen zu abgelegenen Buchten feste Schuhe und informiert jemanden über eure geplante Route. Viele der versteckten Strände haben keine Handyverbindung. Respektiert die Natur und nehmt allen Müll wieder mit. Besonders in Naturschutzgebieten ist der Erhalt der unberührten Landschaft selbstverständlich.

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